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000
18.02.2010, 15:16
SeriousToni



Hallo! Ich wundere mich eigentlich, warum hier das Thema Studium so selten aufkam. Meine Vermutung ist ja eigentlich, dass hier viele Leute unterwegs sind, die gerade etwas informationstechnisches studieren oder studiert haben.
Ich bin in letzter Zeit auf der Suche nach nem geeignetem Studium (Ja ich weiß, TheWall ist keine Beratungsstelle, aber wie gesagt: siehe oben - ich möchte mir von euch ein paar persönliche Meinungen / Erfahrungen zusätzlich einholen).

Habe ein 2er Abitur und danach eine Ausbildung zum Fachinformatiker (Systemintegration) abgeschlossen, die ich ebenfalls mit 2 gemacht habe.

Wenn es nach meinen persönlichen Interessen ginge, so hat eigentlich alles Kreative Vorrang vor dem mathematisch/naturwissenschaftlich/technischem. Z.B. zeichne ich viel lieber, mache Musik und natürlich Level Design :)
Allerdings bekomme ich dabei immer von Freunden / Familie ans Herz gelegt, doch lieber was zu studieren, wo ich danach auch einen Job dazu finde ^^
Sicher haben sie recht, ich stelle es mir schwer vor, einen guten Job (in der Nähe) zu finden, nachdem man etwas studiert hat, was tausende andere auch gemacht haben und da mit hoher Wahrscheinlichkeit Leute dabei sind die um einiges besser sind.

Also müsste ich das wohl verwerfen und lieber etwas machen, was auf meiner Ausbildung aufbaut. Das macht mich zwar nicht so ultimativ glücklich wie das "Medienzeugs", wirft aber wohl realistischere Arbeitsmarktchancen später auf. Und schließlich habe ich den Fachinformatiker ja trotzdem mit 2 gemacht.

Nun habe ich aber nicht so wirklich eine Ahnung, ob ich an eine BA, ein FH oder eine Uni gehen soll. Und vor allem würde mich interessieren, ob die Ausbildungszeit vergeudete Zeit war, oder ich die irgendwie ins Studium einbringen kann (Wirtschaftsinformatik?).

Haltet ihr diese Medienstudiengänge ebenfalls für sinnlos / hat das jemand studiert?
In wiefern bringt mir meine Ausbildung etwas fürs Studium, wenn ich z.B. Wirstschaftsinformatik machen würde?
Uni - zu theoretisch?
FH - zu schlechtes Ansehen?
BA - zu stressig?
Hat jemand Gamedesign studiert?

Das ist alles so viel und ich trete immernoch auf der selben Stelle - deswegen musste ich jetzt einfach mal hier schreiben. Ich bin schon seit vielen Jahren hier und habe den Eindruck, dass hier viele Leute mit vielen Erfahrungen diesbezüglich unterwegs sind.
Danke schonmal, für jeden, der seine persönlichen Erfahrungen mit mir teilen möchte bzw. sich die Mühe macht, dies hier zu lesen.

--

<referal links in signaturen fuehren zu einem ban.>

"Einen giftigen Trank aus Kräutern und Wurzeln für die närrischen Städter wollen wir brauen." - Text aus einem verlassenen Heidenlager


Dieser Beitrag wurde am 18.02.2010 um 15:27 von SeriousToni bearbeitet.
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001
18.02.2010, 16:16
Morpheus_Deluxe



Ich hab zwar nicht Studiert und habe es auch nicht vor aber da ich in einem größeren Forschungsunternehmen Arbeite und auch viel mit Studenten zusammenarbeite hab ich diesbezüglich schon nen paar erfahrungen, die ich gern mit dir teile.

Erstmal vorweg. die meisten Studenten bei uns sind zwar physiker oder kommen aus dem Bereich der Luft und Raumfahrt aber eins kann ich dir vorweg sagen: Deine Ausbildung war sicherlich nicht umsonst. Ich hab sooft mit Leuten zu tun, die Auf der Uni fast nur theoretisch unterrichtet worden sind und großteils zu blöd sind nen Schraubendreher zu halten. Bei sowas bekomm ich die kriese. Man merkt sofort wer im Praxisverbund Studiert hat, oder auf seine Ausbildung aufbauend ein Studium anfangen kann.

Mir sind auch FH Menschen lieber als die Unileute, weil die FH in der Regel auch mehr Praktisch unterrichtet.

Vom Ansehen her würde ich sagen, dass es auf den Betrieb ankommt. Die FH hat wohl (noch) nicht so einen guten Ruf, obwohl das auch nicht sooo krass abgewertet wird denk ich. Zumindest ist das bei uns net so.

Im Endeffekt denk ich mal ist es wichtig, das du was Lernen willst mit dem du auch glücklich wirst. Deswegen Solltest du dich vorher bei verschiedenen Uni's FH's informieren was genau sie anbieten und auf welche Schwerpunkte großen wert gelegt wird und so das beste nach deinem Geschmack raussuchen.

Das währe mein TIPP.

MFG

--

Wer etwas riskiert kann verlieren ....
Wer nix riskiert hat schon verloren!

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002
18.02.2010, 17:26
nook



Also sinnlos sind die medialen Studiengänge wohl ganz sicher nicht, sonst würde es sie wohl nicht geben. Das Problem ist wohl eher dass sie ziemlich überlaufen sind (bzw. mal waren, ist aber glaub immer noch so).
Deshalb darfst du dich in der Richtung auch auf Bewerbung mit Mappe und / oder diverse Eignungstests einstellen. Nach NC wird in der Sparte eher selten aussortiert, aber in Stuttgart zB. gibts eine mediale Hochschule die nach NC macht, mit Schnitten im 1,x Bereich für die gefragten Studiengänge.
Bei den kreativen Studiengängen gibts dann halt auch nochmal ganz andere Schwerpunkte.
Viele bilden schon noch sehr traditionell aus (Zeichnen, Kunst, etc.) und gehen erst später auf die digitale Schiene. Das würd ich mir aber sehr genau überlegen. Andere haben den Fokus direkt auf digitalen Inhalten (Screendesign, FLash, diverse Skriptsprachen). Das wäre vielleicht ne Option für dich. Ich weis im Moment nur nicht wie sich das nennt, wenn ich das recht in Erinnerung habe waren die Hochschulen da recht kreativ bei der Namensgebung, mal heisst es so, mal so.
Medieninformatik wär auch noch ein Stichwort. Viele sagen vlt "weder richtiges Informatik noch richtige mediale Ausbildung". Ich kanns nicht beurteilen. Die Schwerpunkte liegen da auch von Hochschule zu Hochschule weit auseinander, grundsätzlich aber wohl mehr Info als Medien. Ein Kumpel studiert an oben besagter FH in Stuttgart Medieninformatik. Weil es eine medienorientierte FH ist liegt der mediale Anteil wohl deutlich höher als üblich. 3D Animation, Spieleentwicklung u.a. sind Richtungen, die man da wohl auch gehen kann. Zu den Jobaussichten kann ich aber nix sagen.
Speziell Gamedesign würd ich wohl eher lassen. Wird das überhaupt non-privat angeboten? Sonst darfst du nämlich nen großen Batzen an eine Privatschule bezahlen. Ausserdem stell ich mir das nicht sehr vorteilhaft vor: Du bist dann auf ein spezielles Gebiet versteift, Spieleentwicklung ist in D nicht unbedingt ein riesen Markt und allgemein wohl eher keine allzu sichere Branche. Ständig schließen iwelche Studios, allgemein kann man meinen dass die Anstellung immer mehr Projektbezogen läuft und nach einem Spielrelease die Karten wieder gemischt werden. Und einen (festen, dauerhaften) Job bei dir in der Nähe zu bekommen halte ich für unwahrscheinlich. Allerdings bin ich kein Profi, es gibt hier ja schon einige Leute die in der Branche waren. Meine Einschätzung beruht auch nur auf lesen/hören-sagen.

Allgemein zur Medien-Branche: Ich denke wenn man voll dahinterstehst, sich selbst immer weiterbildet und auch hohe Ansprüche anlegt, dann kann man schon Erfolg haben. Aber leicht ist es wohl auf keinen Fall. Oft arbeiten die Leute zeitlich sehr viel bei eher geringem Gehalt. Aus näherem Umfeld kenn ich einen Fotografen und eine Filmerin, die beide woh sehr gut das Studium verlassen haben aber anschließend auf dem Arbeitsmarkt ganz schön zu kämpfen haben.

Anderseits ist halt auch keine Branche absolut sicher: Ich erinner mich noch genau an die Zeit vor der Finanz-/Wirtschaftskrise. Hier im Süden Deutschlands haben wir ne sehr starke Maschinenbaubranche. Es gab nen großen Bedarf an Leuten, der Beruf galt als absolut Todsicheres Ding. Und nach der Krise? Der Maschinenbau hängt eben an der Automobilindustrie und plötzlich bricht die Auftragslage ein. Kann immer passieren.

--


Dieser Beitrag wurde am 18.02.2010 um 17:40 von nook bearbeitet.
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003
18.02.2010, 17:54
DomiX



Ich studier Mediendesign an der BA, die Bewerbung geht da eben direkt an einen Partnerbetrieb, der in den Praxisphasen ausbildet. Eigentlich sollten die Studieninhalte aus Praxis- und Theoriephase dann aufeinander aufbauen, klappt aber kaum...
liegt einfach auch an den Kunden im Betrieb, was an Arbeit anfällt, etc. Die BA hat nen festen Vorlesungsplan, wobei sich je nach Semester der Schwerpunkt ändert.
Im ersten Semester is alles noch ziemlich allgemein (Gestaltungsgrundlagen, Zeichnen, Flash- und Photoshopgrundlagen, Fotografie, Typographie),
im zweiten Semester leigt der Schwerpunkt auf Printmedien, da kommen dann so sachen wie Illustrator und Indesign, aber auch Screendesign.
Drittes Semester ist das Multimediasemester (Interaktion im Raum, generative Gestaltung, Processing, HTML, CSS, Flash).
Im vierten kommt Film, im fünften entweder Auslandssemester oder freies Projekt und im sechsten dann Bachelor arbeit.
Schriftliche Prüfungen gibts bei uns nicht so viele, sind hauptsächlich praktische Arbeiten, in Form von Projekten, passend zu den verschiedenen Kursen.
In jedem Semester gibts ein Projekt zum Semester-Schwerpunkt.
Zum Stressfaktor muss ich sagen, dass ichs nicht so dramatisch finde, wenn man sich die Zeit gut einteilt is alles gut machbar, wobei die meisten (ich auch) eher die Arbeit vor sich her schieben und am Ende dann schon n bisschen Stress haben.
Im Betrieb siehts da je nach Größe anders aus, ich sitz schon mal n paar Stunden länger vorm Rechner weil irgendwas fertig werden muss. Und die meisten Betriebe übernehmen ihre BA-Studenten. Viele suchen sich aber auch andere Agenturen und ich hör von den wenigsten, dass sie nichts gefunden haben.

--

DoMiX
---
Imprisoned Thoughts
They're caught in my head
All I want is to forget

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004
18.02.2010, 23:50
Master Pegasus



Für die Uni bringt ne Ausbildung leider nicht allzuviel (zumindest in Elektrotechnik). Hier wird dir im Grundstudium mal vier Semester lang prinzipiell nur Mathematik in diversen Ausprägungen an den Kopf geworfen, erst danach beginnt dann langsam das Vergnügen, wo man auch ab und an mal die Bezüge zum realen Leben sieht.
Morpheus_Deluxe hat mit seinem Schraubenziehervergleich durchaus recht, es gibt hier einige Leute, die nicht mal wissen wie ein Lötkolben aussieht. Für spätere Bewerbungen bringt dir deine Ausbildung aber denk ich sicher was, Praxiserfahrung wollen ja immer alle haben.

--

Was immer auch geschieht: Nie sollt Ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man Euch zieht, auch noch zu trinken! -- Erich Kästner

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005
19.02.2010, 03:13
Red Storm



Die Uni garantiert schon lange keine Jobs mehr, es gibt genug sogenannte Überqualifizierte, die Hilfsjobs annehmen müssen - lass dir also von Verwandten nichts einreden, die ihre Infos noch aus der "guten alten Zeit" haben - das letzte Wort solltest du haben (wobei sich der Besuch einer Berufsinformationsmesse durchaus lohnen kann).

Auch solltest du den sogenannten "Schweine-Zyklus" nicht vergessen: die Ausbildungen die gute Job-Chancen versprechen, sind morgen schon wieder überlaufen.
Du solltest also lieber auf Vielseitigkeit und Interesse achten, denn das was man gerne macht, macht man auch meistens gut.

--

töte tausende und du bist ein held -
töte einen und du bist ein mörder
chinesisches sprichwort
(da ist was faul)

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006
20.02.2010, 18:01
Sprengmeister



Allerdings sind die Arbeitslosenzahlen bei Akademiker meist nur halb so hoch. Somit schützt ein Studium eher vor Arbeitslosigkeit als eine Ausbildung. Auserdem sollte man das Studium immer noch unter anderem als selbstbildende Maßnahme sehen. So entwickelt man sich dort meist deutlich weiter. Letzten endes hat man auch noch einen Titel der in Deutschland mehr Zählt als das was man wirklich kann, und in Österreich noch mehr.

Also studier wenn du kannst, und wichtig!!! : Studier das was dir spaß macht, denn ein Studium durchzuhalten was dir nicht wirklich spaß macht und in das du nur hineingezwungen wirst hat einen bösen Kreislauf, weil du ja später in dem Feld arbeiten wirst.

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This is Nudelholz. Copy Nudelholz in your Signature to make better Kuchens and other Teigprodukte.

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